Kreisverband Heidenheim

Meine Meinung November 2010

"Meine Meinung" - die monatliche Kolumne

November 2010

Darf der Mensch alles, was er kann?

In Kürze soll im Bundestag über die Zulassung der sogenannten Präimplantationsdiagnostik (kurz PID) beraten und entschieden werden. Bei der PID werden künstlich befruchtete Embryonen auf ihre genetischen Eigenschaften untersucht, bevor sie in den Mutterleib übertragen werden.

Nicht ohne Grund ist die PID aus ethischer Sicht sehr umstritten. Neben allen Problemen, die sich aus einer Auswahl zwischen Embryonen ergeben, gibt es darüber hinaus keinen allgemein anerkannten Zeitpunkt des Lebensbeginns. Daher ist es notwendig den Lebensschutz maximal, also bis zum Beginn der Befruchtung, auszudehnen.

Befürworter rechtfertigen das Auswahlverfahren der PID häufig mit dem Selbstbestimmungsrecht der Eltern hinsichtlich ihrer eigenen Lebensplanung. Diese Freiheit muss jedoch auch die moralischen Ansprüche anderer Lebewesen respektieren. Häufig wird in der Diskussion zur Legalisierung der PID auf die zwischenzeitlich schon routinehafte Praxis der vorgeburtlichen Untersuchung des Kindes im Mutterleib, der sogenannten Pränataldiagnostik (kurz PND), verwiesen. Bei der PND können unter bestimmten Umständen Kinder noch bis zum Einsetzen der Geburt getötet werden, was als schwerwiegender als die Verwerfung von Embryonen betrachtet wird. Wenngleich die PND durch unsere aktuelle Rechtsprechung Billigung findet, für eine moralische Rechtfertigung der PID taugt dieses Argument wenig. Dieses Missverhältnis sollte vielmehr Anlass geben, sich neben der PID auch nochmals kritisch mit der PND auseinander zu setzen.

Freundlich grüßt

Kerstin Eckhardt

 

 

PS: "Menschenwürde ja - Menschenklonen niemals" die Rede von Bernhard Suttner zum
damaligen Volksbegehren (2003) ist immer noch brandaktuell

Kerstin Eckhardt
Kerstin Eckhardt
M.A. Philosophie, ödp-Mitglied aus
Gerstetten

 

"Meine Meinung"- Archiv

Sie interessieren sich für zurückliegende Meinungsbeiträge? Kein Problem, klicken sie hier.