Kreisverband Heidenheim

Wer im Glashaus sitzt...

 ... Altgemeinderäte sollen sich für ihre Nachlässigkeiten verantwortlich zeigen

Eine Stellungnahme zum Artikel im Albboten
GERSTETTEN, 30.07.2009. Es ist schön, wenn Altgemeinderäte sich auch nach ihrem Ausscheiden weiterhin für die Gerstetter Kommunalpolitik interessieren. Schöner, wäre es jedoch, wenn sie sich auch für die Nachlässigkeiten verantwortlich zeigen würden, die während ihrer Aktiven Zeit „passiert“ sind.
Richtig ist: Gerstetten liegt in einem hochsensiblen Wasserschutzgebiet. Richtig ist aber auch, dass schon während der Amtszeit von Lang-Albrecht-Nerad bekannt war, dass ein Großteil der Gerstetter Abwasserkanalisation dermaßen marode oder fehlgeplant ist, dass eine Verunreinigung des Grundwassers und des Bodens durch Schmutzwasser nicht ausgeschlossen werden kann. Obwohl dem damaligen Gemeinderat das Ausmaß vollständig bekannt war und es offenbar auch schon zu schlimmen Schadensfällen gekommen ist, wurde, Wasserschutzgebiet hin oder her, das Problem einfach auf die „Lange Bank“ geschoben. Mit dem von den drei Herren zitierten Wort „Ökologie“ hat dieses Versäumnis jedoch so viel gemeinsam wie die Milchstraße mit einer Molkerei.
Allein um die vordringlichsten Schäden zu beheben müssen jetzt zusätzlich zu den geplanten ca. 7 Mio. Netto Investitionen für die Abwasserklärung weitere 5,6 Millionen Euro für die Kanalsanierung investiert werden. Wer sich jetzt für die große Lösung nach Heidenheim ausspricht, muss wissen, dass damit der Abwasserpreis in den nächsten Jahren in astronomische Höhe schnellen wird.

Liebe Herren Lang, Albrecht und Nerad, Sie haben Recht, das Abwasser unserer Zeiten ist mit synthetischen Verunreinigungen, wie Hormone, Antibiotika, Herbizide usw. belastet. Wenn Sie aber glauben, dass die biologische Reinigungswirkung eines Flusses diese Problemstoffe eliminieren, so beweisen Sie mit ihrer Aussage allenfalls ein fundiertes Halbwissen. Ihr Vorschlag kommt dem eines gewissen Herrn St. Florian ziemlich nahe! Denn die biologische Reinigungswirkung der Brenz als Vorfluter kann vieles reinigen, aber niemals die synthetischen Belastungen! Vielleicht verstehen Sie nun, dass die schnelle Behebung der Schäden am Kanalsystem (hier versickert dann ungeklärtes Abwasser!) und die „Entkeimung bzw. Filtration“ der Abwasser vor Ort  weitaus ökologischer und auch sinnvoller wäre, als mit dem Abwasser den Vorfluter Brenz zu verunreinigen. 

Kanalauslauf
Nicht die feine Art: Von 1995 an wurde in Gerstetten ein Kanalauslauf
ohne Genehmigung betrieben. Aber auch auch bei den Kanälen im
Ort herrscht noch sehr viel Sanierungsbedarf.