
GERSTETTEN, 28.07.09 „Als nicht nachvollziehbar und noch weniger überzeugend“ bezeichnet die ÖDP Gerstetten die Begründung des Landratsamtes, wonach ihr Bürgerbegehren aufgrund eines Formfehlers zurück zu weisen wäre.
Offenbar, so Winfried Prosser, möchte man sich mit dem „Herumreiten“ auf einer gleichfalls fragwürdigen wie auch bürokratischen Formvorschrift, über das deutliche Votum von über 1.100 Bürgern hinwegsetzen. Dadurch verhindert man, dass die Bürger selbstbestimmt darüber abstimmen dürfen, wo und mit welchem Aufwand künftig das Gerstetter Abwasser geklärt werden soll. Mit der Fragestellung des Bürgerbegehrens sollte eine Antwort darauf gefunden werden, ob die Bürger tatsächlich das Aufgeben ihrer Eigenständigkeit bei der Abwasserbeseitigung für gut heißen. Dabei habe der Antrag keineswegs, wie vom Landratsamt in der Presseberichterstattung behauptet, ausdrücklich die Renovierung der bestehenden Kläranlagen zum Inhalt, deswegen sei auch kein Kostendeckungsvorschlag notwendig!
Edith Seifert, eine der beiden Vertrauensleute des Bürgerbegehrens: „Wir möchten die beste Lösung für die Gemeinde Gerstetten. Dies kann eine Renovierung genauso wie auch die Erweiterung, Zusammenlegung oder langfristig der Neubau einer eigenen Kläranlage sein. Auf jeden Fall möchten wir, dass die Entscheidungsbefugnis und die Verantwortlichkeit für die Abwasserbeseitigung hier vor Ort belassen werden. Dies hat sich schon seit mehreren Jahrzehnten bewährt“. Gerade die negativen Erfahrungen mit Auslagerungen und (Teil-)Privatisierungen der letzten Monate hätten nach Meinung Edith Seiferts gezeigt, wie wichtig es sei, dass die öffentliche Daseinvorsorge in den unmittelbaren Händen und im vollständigen Verfügungsbereich der Bürger von Gerstettens bliebe.
Wie Fehl am Platz der Einwand nach einem fehlenden Kostendeckungsvorschlag ist, weiß auch Winfried Prosser. Obwohl das Thema Abwasser schon seit mehreren Jahren auf der Agenda der Verwaltung steht und der Bürgermeister nach dem Einreichen des Bürgerbegehrens mehr Informationen und Transparenz versprochen habe, fehle es noch immer an einem Kostendeckungsvorschlag für die von Gemeindeverwaltung favorisierte Variante: „Die Bürger möchten endlich erfahren, um wie viel der Abwasserpreis in Euro und Cent nach einem Anschluss nach Heidenheim steigen wird.“
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 Ein teures Geschäft mit dem Geschäft:
 Mit jedem Tastendruck sollen künftig
 Gerstettens Abwässer aufwendig über
 20 Kilometer weit nach Heidenheim
 gepumpt werden. Das stinkt vielen
 Bürgern.
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